Mode – chic, fair und ökologisch auf der Ethical Fashion Show

Das Vorurteil, Öko-Mode sei farb- und formlos und bestehe aus groben Jutefasern, hat schon länger keinen Bestand mehr. Wer sich auf der Modemesse “Ethical Fashion Show” in Berlin umsieht, kann keinen Unterschied zu einer konventionellen Modemesse erkennen. Die Oberteile, Röcke und Hosen an den Kleiderständern sind farbenfroh und haben moderne Schnitte. Die meisten sind aus Bio-Baumwolle, gemischt mit anderen Materialien wie Hanf. Sie sind nicht nur angenehm fürs Auge, sondern auch angenehm zu tragen.

Die Ethical Fashion Show ist eine der größten Plattformen für ökologisch und fair produzierte Mode in Europa – und ein wichtiger Teil der Fashion Week: 116 der 2500 Aussteller stehen für nachhaltige Textilproduktion, also für umweltschonende Herstellung und gute Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten.

Dass laut GfK bisher nur 3,7 Prozent der Textilien auf dem deutschen Markt ein Öko-Siegel tragen liegt nicht am Design oder Tragekomfort. Kleidung aus Hanf beispielsweise ist gut für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut. Die Firma Hempro International vertreibt Hanfprodukte. Unter ihrem Label “The Hemp Line” verarbeitet sie Hanf und Bio-Baumwolle zu T-Shirts, Kleidern, Röcken, Hosen und Wäsche. Die Preise liegen zwischen 14,90 und 79,90 Euro. Preise, die sich – von Mode-Discountern abgesehen – von denen für konventionell produzierte Kleidung nicht erheblich unterscheiden.

Ein einheitliches Nachhaltigkeitssiegel würde der Öko-Mode bei der Eroberung des Marktes helfen. Unter zahlreichen Textilstandards kommt GOTS einem einheitlichen Siegel bisher am nächsten. Ist ein Textilprodukt GOTS-zertifiziert, müssen während des gesamten Produktionsprozesses bestimmte ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Die Sozialstandards richten sich nach den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), die unter anderem Zwangs- und Kinderarbeit verbieten und Arbeitern das Recht auf gerechte Löhne zusprechen. Der GOTS verlangt zudem, dass die Kleidung zu mindestens 70 Prozent aus ökologisch produzierter Naturfaser besteht, und definiert Grenzwerte für Chemikalien.

Natürlich ist auch die Produktion von “The Hemp Line” GOTS-zertifiziert. Hergestellt wird die Kleidung in China, in Fabriken, die die Sozialstandards der IAO erfüllen. Dass dennoch kein GOTS-Siegel an den T-Shirts, Kleidern und Röcken von “The Hemp Line” baumelt, liegt am Stoff. Er besteht zum größten Teil aus Hanf. Da es aber keinen Bio-Hanf gibt, erfüllt “The Hemp Line” das Kriterium “mindestens 70 Prozent Öko-Naturfaser” nicht, wie Rebecca Kruse von Hempro International erklärt.

Letztlich besteht der Wunsch, dass sich Nachhaltigkeit in der Modewelt so verankert, dass keine Siegel mehr notwendig sind. Allerdings ist dafür auch noch eine Steigerung des Bewußtseins bei den Verbrauchern notwendig. Bereits jetzt ist es jedoch bemerkenswert, dass Öko-Mode in guter Qualität zu durchaus ansprechenden Preisen zu haben ist.

Datum: Friday, 17. January 2014 14:02
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